Diese Möglichkeiten gibt es schon jetzt
Während das Laden des Elektroautos zu Hause bequem und einfach funktioniert, kann das Laden unterwegs manchmal eine Herausforderung sein. Zwar nimmt die Reichweitenangst dank der größeren Batteriekapazitäten der Autos und der wachsenden Ladeinfrastruktur in Deutschland ab, aber das Laden eines E-Autos an einer öffentlichen Ladestation ist nicht immer so bequem wie das klassische Tanken eines Verbrenners. Das liegt aktuell vor allem an den vielfältigen Bezahlsystemen, Preismodellen und Ladetarifen.
Wie kann man an E-Ladesäulen bezahlen?
Die Preise hängen nicht nur davon ab, ob an einer Schnellladestation oder Normalladestation getankt wird. Schnellladen ist teurer. Entscheidend ist auch, ob ein Ladestromvertrag vorhanden und damit vertragsbasiertes Laden möglich ist. Ohne Vertrag kann der Preis für eine Kilowattstunde Ladeleistung mancherorts doppelt so hoch sein.
Einige Anbieter erheben eine Aktivierungsgebühr, während andere eine monatliche oder jährliche Gebühr verlangen. Bei öffentlichen Ladesäulen ist nur eine Abrechnung nach Verbrauch erlaubt. Allerdings kann der Strom zu bestimmten Tageszeiten günstiger sein – zum Beispiel nachts. Bezahlt wird via Ladekarte, Smartphone-App, QR-Code, Plug and Charge oder mit Debit-/Kreditkarte.
Laden per Ladekarte – diese Anbieter gibt es
Die bisher gängigste Bezahlmöglichkeit ist die Zahlung per Ladekarte. Eine Ladekarte ermöglicht mittels RFID (Radio Frequency Identification) die Identifizierung von Nutzenden und die Abrechnung des Ladevorgangs an der Ladesäule. E-Auto-Fahrende halten die Ladekarte vor das Lesegerät der Ladesäule, um den Ladevorgang zu starten und auch wieder zu beenden. Die Rechnung kommt meist am Monatsende über den Ladestromanbieter.
In Deutschland gibt es Ladekarten von Ladeverbänden, Stadtwerken, Energieversorgern, Gemeinden und Automobilherstellern. Mehr als 300 Ladekarten sollen es mittlerweile sein. Ladekartenanbieter sind beispielsweise ADAC e-Charge, EnBW mobility+, Maingau Autostrom oder Chargemap. Achtung: Nicht alle E-Ladenetze oder Ladestationen akzeptieren jede Ladekarte.
Elektroauto per App laden
Viele Ladestromanbieter bieten als praktische Alternative oder Ergänzung zur physischen Ladekarte auch mobile Smartphone-Apps an, mit denen sich die E-Autofahrende an der Ladesäule anmelden, den Ladevorgang starten und bezahlen. Per App lässt sich der Ladevorgang über den QR-Code an der Ladesäule starten. Kosten werden automatisch von dem in der App hinterlegten Bankkonto abgebucht.
Oft bieten diese Apps auch zusätzliche Funktionen wie die Anzeige von Ladestationen in der Nähe oder Informationen zu deren Verfügbarkeit, Ladesäulentyp oder Ladeleistung. Das vereinfacht die Planung von Reiserouten entlang des E-Ladenetzes. Zudem behalten App-Nutzende dank einer Ladehistorie einen besseren Überblick über alle vorherigen Ladevorgänge und Kosten.
E-Auto laden mit PayPal – Ad-hoc-Laden per QR-Code
Wenn keine Ladekarte vorhanden ist oder nicht akzeptiert wird, ist auch spontanes Laden möglich. Neue Ladesäulen in Deutschland müssen seit 2017 die Bezahlung ohne Registrierung und Ladevertrag ermöglichen. Das bedeutet, dass es keine vertragliche Bindung an einen Ladestromanbieter gibt.
Beim Ad-hoc-Laden oder punktuellen Laden erfolgt die Anmeldung an der Ladesäule im Regelfall über einen QR-Code und eine mobile Webseite, auf der die Bezahldaten – oft von Kreditkarte oder PayPal – eingegeben werden. Das spontane Stromtanken kostet meist mehr als beim eigenen Ladestromanbieter oder Partnern im Roaming-Netzwerk, in welchem man mit einer Ladekarte bei mehreren Stromanbietern laden kann.
Plug and Charge – Auto und Ladestation müssen die technischen Vorrausetzungen erfüllen
Die Zukunft des bequemen und sicheren Ladens könnte Plug and Charge – kurz PnC – sein. Mit Plug and Charge, also „einstecken & aufladen“, kann man sein E-Auto vollautomatisch laden und den Ladevorgang bezahlen – ohne Ladekarte oder Smartphone-App. Ein Icon kennzeichnet, welche E-Autos, Ladestromverträge und Ladesäulen Plug and Charge ermöglichen.
Mehr über Plug and Charge erfahrenÖffentlich Laden per QR-Code, EC-Karte oder Kreditkarte
Seit dem 13. April 2024 gelten neue Regelungen für die Errichtung von öffentlich zugänglichen Ladestationen: Die AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) fordert die Möglichkeit eines punktuellen Aufladens, sodass Nutzende ohne vorherigen Abschluss eines Vertrags mit einem Stromanbieter laden und bezahlen können. Diese Änderung zielt darauf ab, den Zugang zu und die Nutzung von Elektromobilität zu vereinfachen. Wichtig: Statische QR-Codes an Ladesäulen und Wallboxen mit einer Ladeleistung von weniger als 50 kW bleiben als Zahlungsmittel erlaubt!
Wie kann man im Ausland an öffentlichen Ladesäulen bezahlen?
Reisen mit dem Elektroauto ins europäische Ausland werden immer beliebter. Doch die Ladeinfrastruktur und die Bezahlmöglichkeiten sind nicht überall gleich. In Mitteleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und vor allem den Niederlanden) sowie in Skandinavien ist die Ladeinfrastruktur hervorragend ausgebaut. Schnelle Ladestopps sind in der Regel kein Problem. Im Süden hingegen sind Schnelllademöglichkeiten rarer. Auch im östlichen Europa gibt es noch große Lücken im Ladenetz.
Das Laden im Ausland kann eine Herausforderung sein, da nicht überall jede Bezahlmethode (Debit-Karte, Kreditkarte, Smartphone, Bargeld) akzeptiert wird. Deshalb ist es ratsam, sich im Voraus über die Zahlungsoptionen an ausländischen Ladesäulen zu informieren und vor Ort verschiedene Ladekarten von regionalen Anbietern zu nutzen. Außerdem sollte man Ladekarten und Apps von Roaming-Partnern dabeihaben, um europaweit zu gleichen oder günstigen Preisen Strom tanken zu können.
Fazit
Die Elektromobilität entwickelt sich stetig weiter, und die Möglichkeiten, unterwegs zu laden und zu bezahlen, werden immer vielfältiger. Ob per Ladekarte, Smartphone-App, PayPal oder per Debit- oder Kreditkarte – es gibt für jeden die passende Lösung. Die Zukunft verspricht noch mehr Komfort und Bequemlichkeit beim E-Auto-Fahren, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Denn die europäische Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Alternative Fuels Infrastructure Regulation – AFIR) fordert und fördert seit 2021 eine Standardisierung und Interoperabilität von Lade- und Bezahlschnittstellen an öffentlichen Ladesäulen – inklusive kontaktloser Zahlung mit Debit- und Kreditkarten. E-Auto-Laden ohne Ladekarte wird damit immer einfacher.





























