Welche Ladestecker und Ladekabel für E-Autos gibt es?
Notladen, Normalladen oder Schnellladen – je nachdem wo und wie geladen werden soll, braucht es das passende Kabel und den richtigen Stecker. Mittlerweile haben sich in Deutschland 2 Steckertypen durchgesetzt: Typ-2-Stecker und CCS-Stecker.
Ladestecker und Ladekabel zur Notladung
Der Akku des Elektroautos ist fast leer und keine Ladestation in erreichbarer Nähe. Auch wenn es nicht empfohlen wird – manchmal kann es notwendig sein, das Elektroauto an einer Haushaltssteckdose zu laden, um nicht liegen zu bleiben. Bei der Notladung solltest du folgendes beachten.
Notladekabel oder Mode 2-Ladekabel für die SCHUKO®-Steckdose
SCHUKO® meint Schutzkontakt. Die SCHUKO®-Steckdose ist die Haushaltssteckdose, an der das E-Auto mit einem Mode-2-Ladekabel geladen werden kann. Das Kabel ist entweder ab Werk beim E-Auto dabei oder muss dazu gekauft werden.
Da das Ladekabel nicht mit dem Auto kommunizieren kann, ist eine Steuerungsbox – In-cable control box, ICCB – zwischen Fahrzeugstecker und Anschlussstecker geschaltet. Nicht zu empfehlen ist die Ladebetriebsart Mode 1, bei der es gar keine Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und der Haushaltssteckdose und keine besonderen Schutzmechanismus gibt.
CEE32, CEE16 und CEE blau – besser abgesichert und dauerstromfest
Normale Steckdosen sind nicht als dauerhafte Ladepunkte ausgelegt. Daher ist es besser, das Mode-2-Ladekabel (ICCB) mit einem Adapter an einer roten CEE-„Starkstromsteckdose“ mit 32 oder 16 A bei 400 V anzuschließen, um mit 22 kW bzw. 11 kW zu laden. Sie ist quasi eine 3-fache SCHUKO®-Steckdose, aber besser abgesichert und daher dauerstromfest. Das gilt auch für die 1-phasige blaue CEE-„Campingsteckdose“ mit 16 A. Damit kann mit einer Dauerbelastung von 3,7 kW im 230-V-Netz geladen werden.
Ladestecker und Ladekabel für Normalladen zu Hause oder beim Arbeitgeber (AC-Laden)
Die meiste Zeit steht ein Elektroauto zu Hause oder beim Arbeitgeber. Hier kommen AC-Ladestationen zum Einsatz, die durch das schonende Aufladen den Akku des Elektroautos nicht unnötig belasten. Auch öffentliche Ladesäulen bieten in der Regel AC-Laden mit maximal 22 kW Ladeleistung an. Folgende Steckertypen und Ladekabel kommen hier zum Einsatz.

Typ-2-Stecker und Mode-3-Ladekabel für Wallbox und AC-Säule
Sowohl für das Laden an der Wallbox als auch an der AC-Ladesäule wird ein Mode-3-Ladekabel mit einem Typ-2-Stecker benötigt. Bei der Ladebetriebsart Mode 3, gibt es zwischen dem Fahrzeug und der Ladestation eine Kommunikation, um den Ladevorgang zu überwachen und zu steuern.
2014 wurde der 3-phasige Typ-2-Stecker – auch als „MENNEKES Stecker“ bekannt – zum EU-Standard für Elektromobilität erklärt: Ein entscheidender Moment, der den Weg für die Zukunft der Elektromobilität ebnete.
Ein Mode-3-Ladekabel gibt es in 1- und 3-phasiger Ausführung und für Stromstärken von 16, 20 oder 32 A. Je höher die mögliche Stromstärke, desto schwerer, teurer und unhandlicher.
Typ-1-Stecker kommt selten vor, Typ-3-Stecker kommt gar nicht vor
Der Typ-1-Stecker ist ein 1-phasiger Stecker, der Ladeleistungen von bis zu 7,4 kW (230 V, 32 A) erlaubt und vor allem in den USA und Asien verbreitet ist. Bei europäischen E-Autos ist Typ 1 eher unüblich, weshalb öffentliche Ladesäulen statt mit einem festen Typ-1-Ladekabel oftmals nur mit einer Ladebuchse oder einem Ladekabel vom Typ 2 ausgestattet sind. Mit einem Mode-3-Ladekabel von Typ 2 auf Typ 1 klappt es aber trotzdem, mit dem E-Auto zu laden. Der Typ-3-Stecker ist ein 3-phasiger Stecker wie der Typ-2-Stecker, hat aber zusätzlich noch eine integrierte Schutzklappe und ist nur in Frankreich verbreitet.
MENNEKES Ladekabel
Mit dem MENNEKES Ladekabel Typ 2 können Sie ganz einfach alle Fahrzeuge mit Typ-2-Stecker an öffentlichen Ladestationen oder an Wallboxen mit Ladesteckdose anschließen. Robuste Qualität auf höchstem Niveau sorgt für einen langlebigen Einsatz.
Typ-2-Ladekabel entdecken MENNEKES Ladekabel kaufenLadestecker und Ladekabel für Schnellladen unterwegs (DC-Laden)
Auf Dienst- oder Ferienreisen bleibt in der Regel wenig Zeit, um beim Laden auf einen vollen Akku zu warten. Hier bieten DC-Ladestationen, sogenannte Schnellladestationen, die Möglichkeit, das Elektroauto in kürzester Zeit aufzuladen. Die Stecker und Ladekabel müssen auf die hohe Ladeleistung ausgerichtet sein.

CCS- und CHAdeMO-Stecker für HPC-/DC-Schnellladesäule
CCS steht für Combined Charging System, das den Typ-2-Stecker um Plus- und Minuskontakte für Gleichstrom ergänzt und Schnellladen mit bis zu 350 kW ermöglicht, meist sind es aber nur 150 kW. Der CCS-Stecker löst allmählich den japanischen CHAdeMO-Stecker ab.
Theoretisch sind damit Ladevorgänge von bis zu 150 kW möglich, praktisch steht aber an deutschen Ladesäulen nur 50 kW zur Verfügung. CHAdeMO steht für Charge de Move. Der Unterschied zwischen der Kommunikation in Mode 3 und Mode 4 besteht hauptsächlich in der Art des Stroms, der übertragen wird.
Tesla Supercharger – nicht nur für Tesla-Fahrzeuge
Der Tesla Supercharger ist eine modifizierte Version des Typ-2-Steckers. Damit ist eine Aufladung de Model S zu 80 % innerhalb von 30 Minuten, bei einer Ladeleistung von bis zu 120 kW. Seit Mitte 2022 können auch Fremdmarken an ausgewählten Tesla Superchargern geladen werden. Laut Web-Karte von Tesla ist mittlerweile jeder zweite Supercharger in Deutschland für fremde E-Autos freigegeben. Allerdings kostet der Strom mehr als für Tesla-Kundinnen und -Kunden und es muss über die Tesla-App abgerechnet werden.
Gut zu wissen: Ladebetriebsarten Mode 1 bis 4
Ladeprotokolle wie Typ 2, CCS oder CHAdeMo spielen eine wichtige Rolle beim Laden von Elektrofahrzeugen und sind eng mit den verschiedenen Ladebetriebsarten verbunden. Sie beschreiben, wie das Fahrzeug mit der Ladestation kommuniziert und wie der Ladevorgang abläuft.
- Mode 1 (Haushaltssteckdose und keine Kommunikation)
- Mode 2 (Haushaltssteckdose und integrierte Schutzmechanismen)
- Mode 3 (Wallbox oder AC-Säule und Kommunikation mit Typ-2-Protokoll)
- Mode 4 (DC-Schnellladesäule und Kommunikation mit CCS- oder CHAdeMo-Protokoll)
Fazit
Ladestecker für E-Autos spielen eine entscheidende Rolle bei der Elektromobilität. Es gibt verschiedene Steckertypen, die je nach Fahrzeugmodell und Ladeinfrastruktur variieren. Der Typ-2-Stecker ist in Europa der gängigste Standard für Wechselstromladen und findet sich an vielen öffentlichen und privaten Ladestationen. Für das Schnellladen kommt der CCS-Stecker (Combined Charging System) zum Einsatz, der hohe Ladeleistungen ermöglicht und ebenfalls weit verbreitet ist. Der CHAdeMO-Stecker ist vor allem bei asiatischen Fahrzeugmodellen üblich. Die Wahl des richtigen Ladesteckers beeinflusst die Ladegeschwindigkeit und die Kompatibilität mit der Ladeinfrastruktur erheblich. Daher ist es wichtig, die verschiedenen Steckertypen zu kennen und die passende Lösung für das eigene E-Auto zu wählen.





























